TeilnehmerInnen

Die syrischen TeilnehmerInnen

Rahaf Biazy

Ich bin 20 Jahre alt. Ich studiere Jura an der Universität Damaskus. Ich möchte eine besondere Person sein, deshalb will ich mehr studieren und möglichst erfolgreich sein. Ich denke, dass unsere alten Traditionen und Bräuche sowie unser Denken dass Frauen nur leben um zu heiraten, schwanger zu werden und den Haushalt ihrer Ehemänner zu machen, falsch sind. Ich bin hier um daran etwas zu ändern.

Zena Biazy

Ich bin Zena. In bin 21 Jahre alt und komme aus Damaskus. Ich studiere Übersetzen/Dolmetschen an der Universität Damaskus. Ich nehme an diesem Projekt teil weil ich viele alte Bräuche und Traditionen leid bin. Ich möchte eine stärkere Persönlichkeit werden und mich dem alten Denken entgegen stellen. Ich will mehr ich selbst werden, mehr Zena eben. Und ich wünsche mir dass ich mit dem Gender & Emancipation Projekt eine gute Erfahrung mache.

Zeina Irheim

Ich bin Zeina. Ich habe einen Abschluss in Medienwissenschaften von der Universität Damaskus. Ich arbeite als Journalistin bei einem Online-Journal und bei Orient TV, einem neuen Fernsehsender. Außerdem studiere ich im vierten Jahr Übersetzen/Dolmetschen an der Open Learning University. Ich Interessiere mich aus vielen Gründen für dieses Projekt. Als Mädchen aus einem konservativen Umfeld begann ich vor fünf Jahren mich bei einer NGO zu engagieren. Ich arbeite hart daran meine Fähigkeiten auszubauen und gut zu gesellschaftlichen Prozessen beizutragen. Ich beobachte häufig wie Stereotype über Weiblichkeit die Fähigkeiten und Möglichkeiten von Frauen begrenzen und reduzieren. Von dem Projekt erwarte ich mir ein Training, das ich in meinem Alltag und für meine eigenen Projekte nutzen kann.

Lucy Issa

Ich bin Lucy Issa und bin 23 Jahre alt. Ich habe Sozialwissenschaften studiert und arbeite jetzt als Sozialarbeiterin – angefangen habe ich als Freiwillige in einer Vereinigung für die Stärkung von Frauen in einer Institution für straffällige Mädchen. Ich wollte Teil des Gender and Emancipation Projekts werden weil ich mich für Menschenrechte interessiere und für die Frauenfrage – Frauen werden in meiner Gesellschaft wie eine Unterklasse angesehen.

Raghad Muhammad Jigel

Mein Name ist Raghad Jigel. Ich bin 20 Jahre alt. Ich habe für zwei Jahre an der Jordanischen Universität für Wissenschaft und Technologie (J.U.S.T.) studiert bevor ich an die Universität Damaskus verlegt wurde. Hier musste ich – so sind die Regeln für Studienortwechsel – das zweite Jahr wiederholen, was mich sehr frustriert hat. Aber andererseits konnte ich so mehr darüber nachdenken was ich eigentlich von meinem Leben will. Meine Träume sind größer geworden. Ich denke jetzt, dass ich mich mehr bemühen muss um mich zu verbessern. Geschlechterverhältnisse sind ein ganz neues Thema für mich. Das ist etwas anderes. Und ‚anderes’, danach bin ich immer auf der Suche. Anders sein, besonders, auch kreativ sein. Ich denke, dass Frauenrechte Türen öffnen und unser Denken befreien könnten, sie können Wandel bringen. Ich will nicht perfekt sein, niemand ist perfekt. Aber ich möchte etwas bewegen – ich bin mehr als nur ein beliebiger Moment in der Zeit!

Nour Kilani

Mein Name ist Nour Kilani, ich bin 22 Jahre alt und studiere Medienwissenschaften und Journalismus an der Universität Damaskus. Mir fehlt noch eine Prüfung für meinen Abschluss. Ich interessiere mich für Frauenfragen weil es wirklich nötig ist dass sich die rechtliche Lage für Frauen in Syrien ändert. Frauen brauchen mehr Raum um in dieser Gesellschaft etwas zu erreichen, zu führen. Aber allem voran müssen sich Traditionen und Bräuche ändern, die Art und Weise wie sich die Leute Frauen gegenüber verhalten. Es gibt große Wissensdefizite zu Frauenthemen, besonders auf den Feldern des Rechts und der Religion. Ich freue mich, dass ich Teil des Gender & Emancipation Projekts sein kann und so die Möglichkeit habe mehr über Geschlechterverhältnisse in anderen Ländern, Kulturen und Religionen zu lernen.

Nour Riad Mahfouz

Mein Name ist Nour Mahfouz. Ich bin 23 Jahre alt. Ich studiere Jura an der Universität Damaskus und werde im kommenden Jahr meinen Abschluss machen. Außerdem lerne ich Französisch am französischen Kulturinstitut. Ich lese gerne Romane, mein Lieblingsautor ist Ahlam Al Mostaghanmi. Ich schreibe auch selbst viel, vor allem in Tagebuchform. Ich nehme an diesem Projekt teil weil ich glaube dass in diesem Land und in der arabischen Welt im Allgemeinen die Rechte von Frauen unterdrückt und ignoriert werden. Es gibt viel Diskriminierung mit der Frauen im Alltag konfrontiert sind. Ich hoffe wirklich dass wir daran etwas ändern können.

Rami Nakhla

Mein Name ist Rami Nakhla und ich bin 25 Jahre alt. Ich studiere Politikwissenschaften und bin Teil des Teams ‚Syrian Women Observe’. Unsere Traditionen zweiteilen die Gesellschaft auf der Basis von Geschlecht. Diese starre Teilung in Männlich und Weiblich, mit getrennten Rollen und Räumen, ist sinnlos. Ich möchte daran etwas ändern, und in diesem Projekt habe ich viele Menschen getroffen die diesen Wunsch teilen. Mit ihnen arbeite ich jetzt zusammen.

Razan Rachidi

Mein Name ist Razan Rachidi, ich komme aus Damaskus und war mein ganzes leben von orientalischen Traditionen und Bräuchen umgeben. 2003 begann ich an der Universität Damaskus Journalismus zu studieren, weil ich dachte, dass dies ein Raum wäre wo ich meine Gedanken artikulieren und Einfluss auf die Entwicklung meiner Gesellschaft nehmen kann. Ich habe mich dann vor allem mit Kinderjournalismus und -medien beschäftigt, und auch mit der Frage des Status von NGOs in Syrien. Seit meinem Abschluss 2007 arbeite ich bei UNICEF und als ‚communication assistant’. In dieser Arbeit habe ich Zugang zu oft schockierenden Daten über die Situation von Kindern und Frauen in Syrien. Deshalb ist das Gender & Emancipation Projekt interessant für mich. Es bringt eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen zusammen, die gemeinsam etwas erreichen wollen. Besonders spannend finde ich, dass dies ein multinationales Projekt ist – ich möchte von anderen Kulturen lernen und auch ehrliche und realistische Einschätzungen über meine Welt teilen.

Fida Salloum

Mein Name ist Fida Saloum. Ich bin 22 Jahre alt und habe gerade meinen Abschluss in Journalismus und Medienwissenschaften an der Universität Damaskus gemacht. Für vier Monate habe ich als Redakteurin einer Website gearbeitet. Anfang dieses Jahres habe ich einen Schnitt gemacht. Ich wollte mehr Einfluss auf unsere Gesellschaft nehmen, und das Gender & Emancipation Projekt war da eine gute Chance. Ehrlich gesagt hatte ich mit Feminismus und Geschlechterfragen vorher nicht besonders viel zu tun. Ich unterstütze die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern in Recht und Gesellschaft, und ich komme aus einer Familie die zwischen Jungen und Mädchen nie einen Unterschied gemacht hat. Aber natürlich kenne ich auch andere Geschichten, und manchmal ist das Ausmaß an Diskriminierung von Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft wirklich schockierend. Frauen gelten als das schwache Geschlecht, gut für nichts außer kochen, putzen und Kinder erziehen. Diese Realität, die traditionellen Ideen über Frauen will ich verändern, und mehr über Geschlecht und über Rechte lernen. Ich will zu denen stoßen die zu Frauenfragen arbeiten und Veränderung in unserer Gesellschaft, dem Recht und dem syrischen Alltag schaffen.

Qamar Salloum

Ich bin Qamar Solloum, ich bin 28 Jahre alt und komme aus Hama in Zentralsyrien. Ich habe einen Abschluss in englischer Literatur von der Universität Damaskus. Heute arbeite ich für ein Onine-Magazin, Thara, das sich mit der Situation von Frauen und Kindern beschäftigt und für Frauenrechte kämpft. Ich nehme an dem Gender & Emancipation Projekt teil weil ich mehr über globale Geschlechterverhältnisse lernen will. Ich will weiter für Frauenrechte kämpfen und glaube dass das Projekt da eine wichtige Erfahrung für mich sein könnte.

US TeilnehmerInnen

Zulal Akin

Zulal ist Doktorandin der Kunstpädagogik mit einer Spezialisierung in Kulturpolitik und Kunstadministration an der Ohio State University. Ihre Forschungsinteressen umfassen Kulturpolitiken, Museumsverwaltung, kulturelle Identität und Staatsbürgerschaft sowie Gender Studies.

Sarah Carnahan

Sarah (Say) hat einen B.A. in Women’s Studies von der University of Maine in Farmington und ist derzeit M.A. Studentin in Women’s Studies and der Ohio State University. Ihr Schwerpunkt sind nicht-traditionelle Kriegsberichte von Frauen – Berichte, die die Form von Blogeinträgen, visuellen Berichten, graphischen Romanen, Gedichten etc. annehmen. Sie liest diese Berichte durch die Brille transnational-feministischer Theorie.

Naazneen Diwan

Naazneen studiert gegenwärtig Women’s Studies und Arabisch an der Ohio State University. Sie forscht zu Regulation von Sexualität in den französischen Kolonialgebieten und zum Strafrecht in Syrien. Sie arbeitete u.a. als Freiwillige bei UNICEF Syrien sowie als Praktikantin bei Al-Thara.

Laura Evans

Laura ist Doktorandin in Kusterziehung mit dem Schwerpunkt Museumspädagogik. Sie war Inhaberin eines Forschungsstipendiums der National Gallery of Art (NGA) in Washington DC. und unterrichtet zur Zeit an der NGA sowie unterschiedlichen Museen in Ohio, z.B. dem Wexner Center for Contemporary Art und dem Columbus Museum of Art. Diese Erfahrungen fließen ein in Ihre Forschung auf dem Feld von Weiblichkeit in musealen Räumen.

Nicole Jackson

Nicole ist M.A. Studentin in Geschichte und schreibt momentan ihre Abschlussarbeit zu studentischem Anti-Apartheid Aktivismus in den USA des späten 20. Jahrhunderts. Die Studie untersucht rassisierende und vergeschlechtlichende Effekte von Anti-Apartheid als Thema globaler sozialer Gerechtigkeit.

Christina Holmes

Christina ist die Schatzmeisterin der 'Transnational Feminisms Organization' und eine der OrganisatorInnen der US-Gruppe. Sie ist Doktorandin im Department of Women's Studies an der Ohio State University. Ihre Interessen in Forschung und Lehre umfassen transnationale und postkoloniale feministische Theorien, Öko-Feminismus, Koalitionenpolitik und soziale Bewegungen, religiöses Engagement von Frauen, Film und Cultural Studies.

Jessica R. Pliley

Jessica ist Doktorandin in Women’s History an der Ohio State University. Sie ist Ko-Vorsitzende des Women’s History Workshop und Herausgeberin von ‘Twentieth-Century China’. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit sexuellen und ‘rassifizierten’ Politiken im Kontext der amerikanischen Gesetzgebung gegen weiße Sklaverei.

Anne Price

Anne ist Doktorandin in Soziologie an der Ohio State University. Ihre Forschungsschwerpunkte sind vergleichende und politische Soziologie. Frühere Arbeiten beschäftigen sich mit dem Einfluss individueller und nationaler Faktoren auf die Wahrnehmung von Geschlechterverhältnissen in internationalen Öffentlichkeiten und mit politischem Aktivismus in ausgewählten Ländern des Nahen Osten.

Molly Uline-Olmstead

Molly ist Master-Studentin in Kunsterziehung mit einer Spezialisierung auf Kulturpolitik und Kunsterziehung an der Ohio State University. Sie kommt aus der bildenden Kunst und ihre Forschungsinteressen umfassen Kunst und Handwerk von Frauen, Feministische Forschungsmethoden wie ARTografie und Autoethnografie sowie Museumsforschung.

Lauran Whitworth

Lauran ist Studentin der Geschichtswissenschaften an der Ohio State University. Sie interessiert sich für Kunsttheorie, kritische Museumsstudien, Queer Theory und die Politik transnationalen Austauschs. Als ehemalige Lehrerin für Geisteswissenschaften auf High School Niveau interessiert sie sich jetzt sehr für feministisch informierte Bildungsreformen.

Yan Xu

Xu ist Doktorandin der Geschichtswissenschaften an der Ohio State University. Sie forscht zu Repräsentationen und Mobilisierungen von Frauen in den Chinesisch-Japanischen Kriegen.

Deitsche TeilnehmerInnen

Askin-H Dogan

Hi, mein Name ist Askin-H. Dogan. Ich bin 28 Jahre alt und studiere Turkologie und Islamwissenschaft an der FU Berlin. Ich arbeite vor allem zu Homosexualität und Bioethik in der Türkei unter besonderer Berücksichtigung der islamischen Religion. Momentan schreibe ich einen Artikel über Homosexualität im Militär. Ich bin außerdem Übersetzer (Deutsch und Türkisch) und arbeitet als Freiwilliger in zwei migrantischen NGOs.

Carolin Fiedler

Carolin Fiedler studiert Politikwissenschaft auf Diplom an der Freien Universität Berlin. Bisher hat sie sich mit verschiedenen Aspekten deutscher und nordamerikanischer Gender-Theorien befasst. Zudem ist sie an der Auseinandersetzung mit kritischer Weißseinsforschung und postkolonialer Theorie interessiert und beginnt sich in Queer Theorie einzuarbeiten. Sie freut sich auf einen interessanten und spannenden Austausch, der sie zu einer Reflexion ihrer Standpunkte herausfordert.

Tina Flegel

Mein Name ist Tina, ich bin 24 Jahre alt und studiere seit 2002 Politikwissenschaft. Zunächst habe ich mich vor allem für Entwicklungspolitik und Staatenbildung, habe Hausarbeiten zu diesen Themen und meine Vordiplomarbeit zum Bürgerkrieg in Sierra Leone geschrieben. 2004 habe ich dann entschieden, dass ich 'Afrika' sehen wollte und habe sechs Monate in Togo verbracht. Das war ein großartiger Trip mit vielen schönen Erfahrungen. Aber es war auch dort dass ich mich zum ersten mal als 'Weiße' erfahren habe. Und ich habe mich als Frau missachtet gefühlt. Frauenrechte sind für mich seitdem ein wichtiges Thema - deshalb wollte ich auch an diesem Projekt teilnehmen.

Mirjam Hirsch

Mirjam Hirsch studiert Gender Studies und Neuere/ Neuste Geschichte an der Humboldt Univerität zu Berlin und der Universidad Nacional de Buenos Aires, Argentinien auf Magister. Zur Zeit führt sie ein Projekttutorium zu Argentinischem Tango und Gender am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien durch. Schwerpunkte/ Interessen: Argentinischer Tango in Theorie und Praxis, Soziale Bewegungen, Lateinamerika, selbstbestimmtes Lernen, Postkoloniale Theorien, Kritische Weißseinsforschung, Feministische Theorien und Emanzipation.

Jean Peters

Mein Name ist Jean, ich lebe seit vier Jahren in Berlin und mache politische Aktionen sowie Workshops als Clown. Außerdem studiere ich Politikwissenschaft und lebe das 'Berliner Leben' so intensiv ich kann. Warum ich mich für das Seminar interessiere? Seit 2004 arbeite ich mit der Zirkusgruppe 'Circolibre' in Israel und den palestinensischern Gebieten und erlebe dort große Dissonanzen zwischen den Zugängen der 'Internationalen' und den regionalen Realitäten. Die Ergebnisse feministischer Analysen in zivilgesellschaftlichen Projekten durchzusetzen ist ein extrem komplexer Schritt - nichts wird so wie in den Finanzanträgen beschrieben. Interkulturelle Kommunikation, Selbstreflexion, das Konfrontieren von Dissonanzen und der offene Umgang mit gegensätzlichen Paradigmen sind gute theoretische Ansätze. Das emanzipatorische Potential solcher Projekte hängt aber trotzdem von den teilnehmenden Individuen ab. Ich begrüße in diesem Zusammenhang den dekonstruktiven Zugang zu Kategorien wie Geschlecht, Region, politischen und religiösen Ideologien. Es geht darum, auf das Individuum zuzugehen, ohne seine Sozialisation und seine möglichen Zukünfte zu missachten. Ich interessiere mich besonders für methoden interkulturell-emanzipativer Kommunikation. Ich arbeite zu den politischen Theorien Fichtes, Hegels und Jessica Benjamins, in letzter Zeit auch zu Axel Honneth, Chantal Mouffe, Ernesto Laclau und anderen.

Laura Werres

Ich bin Laura und studiere (BA) Theaterwissenschaft, Französisch und Kultur des Vorderen Orients an der Freien Uni Berlin. Besonders interessieren mich Theater und Theaterpädagogik im sozialen, politischen und gender Kontext. Gegenwärtig beschäftige ich mich in theaterpraktischer Szenenentwicklung mit Gegenwartsbezügen von Simone de Beauvoirs "das andere Geschlecht". Ich arbeite am Internationalen Theaterinstitut in Berlin und nahm dort als Assistenz an einem Theaterworkshop für Künstlerinnen aus islamisch geprägten Ländern teil.